China – Fremdes Land, fremde Sitten

Ja, ihr seht richtig. Endlich ist es soweit. Mein erster Post über China geht online! Trotzdem ist es noch nicht der richtige Anfang, denn dieser Beitrag hier ist zunächst einmal ein bisschen angesammeltes Wissen über die Sitten und für uns vielleicht ziemlich ungewöhnlichen Dinge. Noch nicht so persönlich. Aber trotzdem werdet ihr garantiert beim Lesen ein wenig ins Schmunzeln kommen und denkt daran, bald werden noch andere Posts folgen, auf die ich mich schon tierisch freue und ihr hoffentlich auch!

Schon bereits vor dem Austausch erfuhr ich durch Vorbereitungstreffen und eigene Internetrecherche einiges über die Sitten und die Kultur der Chinesen. In jedem Land gibt es Dinge, die uns ungewöhnlich erscheinen oder die wir uns eigentlich gar nicht so wirklich vorstellen können. Nun ja, China ist glaube ich eins der spezielleren Länder, denn es gibt lauter Sachen, die man als Bürger (und auch Reisender) beachten sollte. Dazu muss ich aber noch sagen, dass all diese unausgesprochenen Regeln heutzutage etwas abgeschwächt oder bei den jüngeren Generationen so gut wie gar nicht mehr vorhanden sind. Die interessantesten Dinge wollte ich euch mal aufzählen, denn wenn ich alles, was ich an Sitten aufgefasst habe, notieren würde, könnte ich gleich einen Roman schreiben.

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Farben und Zahlen

Zuerst einmal sollte ich erwähnen, dass früher Farben und Zahlen eine sehr wichtige Rolle in China spielten. So sollte man beim Gastgeschenk-Verpacken darauf achten, dass man nicht unbedingt weißes Papier verwendet, denn die Farbe weiß ist die Farbe des Todes und es ist kein gutes Zeichen, wenn man dem Beschenkten sozusagen den „Tod in die Hände gibt“. Die besten Farben sind Rot und Gold/gelb. Sie sind die Farben des Kaisers und sollen einem Glück und Reichtum bringen. Kennt ihr chinesische Dekoration im Restaurant zum Beispiel? Achtet mal drauf, sie ist meistens rot. Das wäre das wichtigste zu den Farben. Bei den Zahlen gibt es auch Glücks- und Unglückszahlen. So solltest du lieber nicht vier, sieben oder zehn gleiche Dinge schenken, denn im chinesischen hören sich diese Zahlen ähnlich wie das Wort „Tod“  an. Die Acht dagegen ist gut. Ungewollt hatte ich bei meiner Ankunft auch acht Gastgeschenke dabei (so viele? Ja, so viele), aber schaden konnte es mir ja nicht.

 

Vorsicht bei der Geschenkwahl!

Da ich jetzt schon zwei Mal über Geschenke gesprochen habe, find dich, dass sie auch eine kleine Erwähnung verdient haben. Und zwar sind sie in China sehr wichtig. Gut, wahrscheinlich bringt man bei jedem Austausch ein Gastgeschenk mit, aber ich habe selbst welche bekommen, als ich in China ankam. Gut ankommen tut alles, was mit deinem Land zutun hat, was es in China nicht gibt oder was persönlich ist. Vermeiden sollte man aber kurze Nudeln (sie symbolisieren ein kurzes Leben), Uhren (dann läuft dem anderen die Zeit ab) und Blumen, da es die meistens auch erst zur Beerdigung gibt. Viele Dinge auf die man achten sollte… Falls euch vielleicht auch ein Austausch nach China bevorsteht: ich habe meiner Familie Dinge wie ein Fotoalbum, ein Bildband meiner Stadt, ein Bier mit einem Humpen vom Oktoberfest und Milka-Schokolade mitgebracht. Eine weitere Sitte ist, das Geschenk mit beiden Händen zu überreichen da es dann von Herzen kommt und bekommene Geschenke nicht vor anderen zu öffnen, aber das ist nur noch vereinzelt so, in meiner Familie zum Beispiel nicht. Warum man es nicht vor dem Schenkenden auspacken sollte, erkläre ich euch im Punkt Nummer drei.

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Wenn’s schmeckt, dann mache Geräusche

Das sagte mir meine Austauschspartnerin bei unserem ersten Abendessen zu Hause. Gehört von den Geräuschen am Tisch habe ich natürlich schon in Deutschland, denn auch dort hat meine Partnerin manchmal leise geschmatzt, wenn es ihr schmeckte. Also versuchte ich, meine guten Manieren beim Essen zu vergessen und begann, zu schmatzen und die Suppe geräuschvoll einzusaugen. Von anderen Schülern habe ich gehört, dass bei ihnen am Tisch auch manchmal ein Bäuerchen üblich war, aber sowas kam bei mir nicht vor. Und so komisch es auch klingt, mich hat dieses Schmatzen überfordert. Bei jedem Essen dachte ich mir: „Vergiss bloß nicht, Geräusche zu machen.“. Und wenn ich zehn mal gekaut habe, habe ich schnell versucht, zwischendurch zu schmatzen. Es war mir wirklich zu anstrengend. Irgendwann habe ich ihr dann gesagt, dass ich das lassen werde, es aber nicht gleich heißt, dass es mir nicht schmeckt und das war natürlich in Ordnung. Eigentlich dachte ich, es wäre mal ganz lustig, wenn man sich um diese Manieren mal nicht kümmern müsste, aber es war schwerer, als gedacht.

Das Gesicht- wahren oder verlieren?

Das Gesicht spielt eine wirklich sehr große Rolle. Nicht im Sinne von „Wie sehe ich aus?“ Oder „am Gesicht erkennt man den Charakter eines Menschen“. Es geht eher um das Wahren oder Verlieren des Gesichts. Das Leben eines Chinesen ist vom richtigen Benehmen und Anstand geprägt. Wenn du jemanden beleidigst, verlierst du dein Gesicht. Wenn du klaust, verlierst du dein Gesicht. Selbst wenn du auf eine auffordernde Frage mit einem klaren „Nein“ antwortest, ist es schlecht für dein Image und schadet dir nur. Und gerade das mit dem Nichts-Schlechtes-Sagen, vor allem in der Form von den Auslassen schlechter Nachrichten, ist ziemlich anstrengend und kann für viel Verwirrung sorgen, aber dazu in einem späteren Post mehr…

 

Achtung, Spuckgefahr!

Die Angewohnheit vieler Jugendliche hier in Deutschland ist Normalität in China. Um die schlechten Dinge aus dem Körper zu bekommen, spucken viele Menschen auf der Straße dorthin, wo es ihnen gerade passt. Dabei wird die Spucke sehr geräuschvoll von tief unten hochgezogen, um sie dann in die nähere Umgebung zu katapultieren. Dabei sollte man aufpassen, dass man nicht getroffen wird, so absurd es auch klingen mag. Uns wurde erzählt, dass es manchmal auch in Bussen und U-Bahnen so weit kommt, aber das musste ich zum Glück nicht miterleben. Aber der Flur in dem Haus meiner Wohnung war abends auch sehr beliebt…

 

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Die etwas andere Art der Straßenmusik

Wenn du dich jetzt auf einen kleinen Bericht von Musikergruppen in speziellen Gewändern und außergewöhnlichen Instrumenten gefreut hast, die sich an eine Straßenecke stellen und einfach beginnen, die gestressten Menschen eine Auszeit zu ermöglichen, dann muss ich dich leider enttäuschen. Denn ich meine eine andere Art Musik und außerdem gibt es glaube ich auch keine Straßenmusiker. Zumindest habe ich keine gesehen, aber das muss ja nichts heißen. Nein, ich meine die wohl schlimmsten Töne, die Autos von sich geben können- Das Hupen. Hier in Deutschland verstehe ich den Sinn dahinter, aber in China… Schon bei meiner ersten (rasanten) Autofahrt, klingelten mir die Ohren. Immer, wenn ein Auto hupte, schreckte ich zurück und sah schon einen schweren Unfall auf den überfüllten Straßen. Aber nein, nichts geschah. Ziemlich aufregend, so eine Autofahrt… Die Chinesen hupen zu jedem Anlass und so lange sie wollen. Selbst wenn sie alleine auf der Straße sind, hupen sie manchmal wenn sie auf eine andere Fahrbahn wechseln. Beliebt sind diese für uns Europäer erschreckende Geräusche auch, wenn die unzähligen Motorroller sich durch nur 1,5m große Lücken zwischen den Autos hindurch schlängeln um schneller ans Ziel zu kommen. Aber lässt sich jemand davon beeindrucken? Nein. Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass das Hupen eher wie Musik in ihren Ohren klang.

 

 

Das war erst einmal ein kleiner Einblick, der natürlich noch nicht alles ist. Es ist nur ein Bruchstück von dem, was ich erlebt habe, vielleicht sogar eins der unbedeutendsten Dinge. Denn auch wenn diese Sitten sich deutlich von unseren unterscheiden, so sind wir doch alle gleich…

 

Liebe Grüße,

Alina!

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